Fakten
Thema Erneuerung des Straßenraums
Finanzierung Städtebaulicher Denkmalschutz
Gesamtkosten ca. 1,88 Mio. €
Baukosten ca. 1,69 Mio. €
Zeitplanung Baubeginn 2014 / Fertigstellung 2017


Melchiorstraße

Die im Jahr 1849 angelegte Melchiorstraße definiert die südliche Grenze des Sanierungsgebiets zwischen dem Michaelkirchplatz und dem Engeldamm. Zusammen mit der Adalbertstraße dient sie der quartiersinternen Erschließung mehrerer Blöcke.

Erfordernis der Maßnahme
Der Unterbau und die asphaltierte Fahrbahn der Melchiorstraße befanden sich vor der Sanierung in einem desolaten Zustand. Massive Schäden in der Fahrbahnoberfläche und im Gehwegbereich prägten den Straßenraum. Der flache Wurzelwuchs der Straßenbäume knapp unterhalb der Oberfläche führte vielfach zu einem Aufbruch von Fahrbahn- und Gehwegbeläge.

Konzeption und Planung
Als erstes kommunale Bauvorhaben seit dem Beginn des Sanierungsverfahrens in der Nördlichen Luisenstadt wurde die Erneuerung und Umgestaltung der Melchiorstraße im Dezember 2016 abgeschlossen und dem öffentlichen Verkehr übergeben. In 24 Monaten Bauzeit wurden die Fahrbahnen und Gehwege umfassend erneuert sowie die ursprüngliche Geometrie des Straßenraums und der Oberflächenmaterialien wiederhergestellt. Dabei wurde auf möglichst originale Materialien zurückgegriffen. Auch die öffentliche Beleuchtung und Straßenabläufe wurden erneuert. Zur Qualifizierung des Straßenraums wurden u. a. Gehwegvorstreckungen eingerichtet, neue Fahrradbügel aufgestellt und Baumscheiben vergrößert sowie 40 neue Straßenbäume gepflanzt. Die Anordnung der Stellplätze (Quer- und Längsparken) wurde geringfügig modifiziert, so dass einige zusätzliche Stellplätze entstanden sind.


Baumgutachten und Planung
Im Sommer 2012 wurde aufgrund der problematischen Baumsituation in der Melchiorstraße Herr Prof. Dr. Balder vom Institut für Stadtgrün mit der Anfertigung eines Baumgutachtens beauftragt. Das Gutachten weist auf erhebliche Schäden an den damaligen Spitzahornbäumen hin, die 1998 im Rahmen einer Ausgleichsmaßnahme gepflanzt wurden. In der Schlussfolgerung der Untersuchungsergebnisse empfahl Prof. Dr. Balder die vollständige Entnahme der bestehenden Bäume und eine Neupflanzung von klein- und mittelkronigen Baumarten mit umfassender Bodenvorbereitung. Zentrale Argumente für einen Austausch der Bäume waren der aktuelle Vitalitätszustand, die mangelnde Entwicklungsperspektive sowie Einsparpotenziale in der Unterhaltung der Bäume in den kommenden Jahren.

Die Vorplanung sowie die Ergebnisse des Baumgutachtens wurden den Anwohnern in einer öffentlichen Informationsveranstaltungim November 2012 vorgestellt. Die dort gesammelten Anregungen und Hinweise der Anwohner wurden in der weiteren Ausführungsplanung vom Landschaftsarchitekturbüro Glaßer und Dagenbach berücksichtigt. Da alle Bäume stark geschädigt waren bzw. den Straßenraum durch den Wurzelwuchs schädigten, müssten diese im Zuge der Erneuerungsmaßnahmen komplett ersetzt werden. Daher wurden alle Bäume bis Februar 2013 (vor der Nistzeit der Vögel) gefällt und zum Abschluss des Straßenumbaus neu gepflanzt: auf der nördlichen Seite der Melchiorstraße vorwiegend schlanke Säulen-Hainbuchen, auf der Südseite einen Wechsel von Feldahorn, Zierkirsche und einer besonderen Erlen-Art. Die Baumgutachter und Landschaftsplaner empfahlen diese Baumarten mit Blick auf die besonderen Gegebenheiten des Standorts.

Durchführung
Die Vorbereitung der Baumaßnahme erfolgte im Herbst 2014. Mit den Bauarbeiten wurde im Jahr 2015 begonnen. Sie dauerten insgesamt ca. 2 Jahre. Begonnen wurde 2015 auf der südlichen Straßenhälfte, im Jahr 2016 und 2017 wurden die Bauarbeiten auf der nördlichen Straßenhälfte sowie der Kreuzung Adalbertstraße fortgeführt. Im Rahmen der Bauarbeiten führten zudem die Berliner Wasserbetriebe umfangreiche Erneuerungen und Sanierungen am Trink- und Abwassernetz durch. Die durchgeführten Maßnahmen umfassten:

  • Erneuerung des Unterbaus und der Beläge der Gehwege und Fahrbahnen unter Verwendung historischer Gehwegmaterialien (Granitplatten, Mosaikpflaster)
  • Umbau der Kreuzung Melchiorstraße/ Adalbertstraße mit Gehwegvorstreckungen und Großsteinpflasterbelag
  • Anlage neuer Parkstände und vergrößerter Baumscheiben
  • Sanierungen der Leitungen und Bauwerke des Trink- und Abwassernetzes
  • Erneuerung der Straßenbeleuchtung
  • Einbau neuer Fahrradbügel
  • Neubepflanzung mit standortgerechten Straßenbäumen
Kosten und Finanzierung
Die Erneuerung und Umgestaltung der Melchiorstraße kostete insgesamt ca. 1,88 Mio. Euro und wurde im Rahmen des Förderprogramms Städtebaulicher Denkmalschutz aus öffentlichen Fördermitteln finanziert.



 

             
 
Warum heißt die Straße Melchiorstraße?

Die Straße wurde am
7. April 1849 zu Ehren des Freiherr Melchior Ferdinand Joseph von Diepenbrock (1798–1853) benannt. Der Theologe wirkte als Fürstbischof und Kardinal von Breslau.