Fakten
Thema Sanierung, Umbau und Erweiterung des Bestandgebäudes, Nutzungsergänzung durch Kita
Finanzierung Investitionspakt soziale Integration im Quartier
Gesamtkosten ca. 3,7 Mio. €
Baukosten ca. 2,9 Mio. €
Zeitplanung Planung 2017 / Baubeginn 2020


Jugendhilfeeinrichtung (Mädchenwohnen)

Das Grundstück Schmidstraße 10 wird seit Mitte der 1990er Jahren als eine stationäre Jugendhilfeeinrichtung für Mädchen zwischen 14 und 18 Jahren genutzt. Hier werden acht Mädchen im 24-Stunden-Dienst betreut, die gravierende Verhaltensauffälligkeiten aufweisen. Die Einrichtung bietet ihnen Zuflucht und Wachstumsmöglichkeiten, die ihnen aufgrund ihrer Geschichte und ihres Sozialverhaltens in klassischen Jugendhilfeangeboten nicht mehr zur Verfügung steht. In der Regel haben die Mädchen Gewalt erfahren und benötigen in der Wohneinrichtung einen Schutzraum. Im Durchschnitt leben die Mädchen 2 Jahre in der Einrichtung. Bei der Einrichtung in der Schmidstraße 10 handelt es sich um ein Unikat in Berlin. Seit 2004 ist der Träger das Evangelische Clubheim e.V. Der Hauptbeleger der Einrichtung ist der Bezirk Mitte.

Seit Ende 2017 werden neben den Mädchenwohnen auch Teile der Räumlichkeiten als Treffpunkt und Beratungsstelle für junge Geflüchtete, die sich im betreuten Jugendwohnen befinden (Projekt Vielfalt), genutzt sowie als vorrübergehendes Ersatzquartier der Kinderfreizeiteinrichtung Ottokar.

Zustand und Erneuerungsbedarf

Das Gebäude aus den 1960er Jahren ist in einem stark sanierungsbedürftigen Zustand. Es mangelt an Wärmeschutz, da weder eine Wärmedämmung vorhanden ist, noch die original vorhandenen Verbundfenster binnen der Jahre energetisch angepasst worden sind. Zudem bestehen in den Kellerräumen Feuchtigkeitsprobleme. Die Sanitär- und Heizungsinstallationen sind teilweise in einem schlechten Zustand und bedürfen einer Erneuerung, ebenso die drei Bäder im Haus.

Sanierung und Erweiterung

Die geplanten Maßnahmen umfassen eine umfangreiche Sanierung und den Umbau des Bestandgebäudes.

Außerdem soll die Mädchenwohneinrichtung als geschützte Einrichtung mit anderen offenen Nutzungen an einem Standort verbunden werden. Geplant ist die Integration von drei Angeboten (Mädchenwohneinrichtung, betreutes Wohnen für unbegleitete minderjährige Geflüchtete, Kita mit 50 Plätzen). Zur Unterbringung der Nutzungen muss das Bestandsgebäude erweitert oder durch einen zusätzlichen Neubau ergänzt werden, da dieses im derzeitigen Zustand die geplanten zusätzlichen Flächenbedarfe nicht auffangen kann. Außerdem ist die Herrichtung der Freianlagen auf dem Grundstück geplant.

Für die bauliche Erneuerung und Erweiterung der Einrichtungen liegt noch kein Entwurf vor. In Anbetracht der städtebaulichen und architektonischen Herausforderung, die geplanten Nutzungen am Standort zu integrieren und organisieren, wird derzeit eine Machbarkeitsstudie durchgeführt.

Kosten und Finanzierung

Für Planung und Umbau des Bestandgebäudes inkl. der Errichtung eines Anbaus sind mit Kosten von rund 3,7 Mio. € zu rechnen. Die Finanzierung wird durch Mittel aus dem Programm Investitionspakt soziale Integration im Quartier angestrebt. Die Umsetzung der baulichen Maßnahmen ist für 2020 bis 2022 angesetzt.