Fakten
Thema Sanierung, Umbau und Erweiterung des Bestandgebäudes, Nutzungsergänzung durch Kita
Finanzierung Investitionspakt soziale Integration im Quartier
Gesamtkosten ca. 4,2 Mio. €
Baukosten ca. 3,8 Mio. €
Zeitplanung Planung 2017 / Baubeginn 2021


Jugendhilfeeinrichtung (Mädchenwohnen)

Das Grundstück Schmidstraße 10 wird seit Mitte der 1990er Jahren als eine stationäre Jugendhilfeeinrichtung für Mädchen zwischen 14 und 18 Jahren genutzt. Hier werden acht Mädchen im 24-Stunden-Dienst betreut, die gravierende Verhaltensauffälligkeiten aufweisen. Die Einrichtung bietet ihnen Zuflucht und Wachstumsmöglichkeiten, die ihnen aufgrund ihrer Geschichte und ihres Sozialverhaltens in klassischen Jugendhilfeangeboten nicht mehr zur Verfügung steht. In der Regel haben die Mädchen Gewalt erfahren und benötigen in der Wohneinrichtung einen Schutzraum. Im Durchschnitt leben die Mädchen 2 Jahre in der Einrichtung. Bei der Einrichtung in der Schmidstraße 10 handelt es sich um ein Unikat in Berlin. Seit 2004 ist der Träger das Evangelische Clubheim e.V. Der Hauptbeleger der Einrichtung ist der Bezirk Mitte.

Seit Ende 2017 werden neben den Mädchenwohnen auch Teile der Räumlichkeiten als Treffpunkt und Beratungsstelle für unbegleitete minderjährige Geflüchtete, die sich im betreuten Jugendwohnen befinden (Projekt Vielfalt).

Zustand und Erneuerungsbedarf

Das Gebäude aus den 1960er Jahren ist in einem stark sanierungsbedürftigen Zustand. Es mangelt an Wärmeschutz, da weder eine Wärmedämmung vorhanden ist, noch die original vorhandenen Verbundfenster binnen der Jahre energetisch angepasst worden sind. Zudem bestehen in den Kellerräumen Feuchtigkeitsprobleme. Die Sanitär- und Heizungsinstallationen sind teilweise in einem schlechten Zustand und bedürfen einer Erneuerung, ebenso die drei Bäder im Haus.

Sanierung und Erweiterung

Im Ergebnis eines 2017 durchgeführten Abstimmungsprozesses zwischen der Sanierungsverwaltungsstelle, dem Jugendamt und dem Trägerverein ist eine bauliche Sanierung und Erweiterung der Einrichtung geplant. Hier soll in Zukunft neben dem Mädchenwohnen und der Betreuungsstelle des Projekts Vielfalt auch eine Inklusions-Kita mit 75 Plätzen untergebracht werden. Die städtebaulichen und architektonischen Herausforderung, die drei Nutzungen am Standort zu integrieren und organisieren, wurden 2018 in einer Machbarkeitsstudie untersucht und beurteilt. Der zweigeschossige Bestandsbau soll umfassend saniert, energetisch ertüchtigt und zur Kindertagesstätte umgebaut werden. Auf der östlichen Seite soll das Bestandsgebäude um einen zweigeschossigen Neubau erweitert werden. Er dient der Unterbringung des bestehenden Mädchenwohnens mit 9 Betreuungsplätzen und der am Standort befindlichen Beratungsstelle für junge Geflüchtete. Neben den baulichen Sanierungsmaßnahmen ist auch die Herrichtung der Freiflächen geplant.

Derzeit werden die Bauplanungsunterlagen erstellt. Der Start des ersten Bauabschnitts (Neubau für Mädchenwohnen und Projekt Vielfalt) ist ab Ende 2021 vorgesehen. Mit dem Umbau und der Sanierung des Bestandsgebäudes ist ab Mitte 2023 zu rechnen. Alle Baumaßnahmen sollen Ende 2024 abgeschlossen sein.

Kosten und Finanzierung

Für Planung und Umbau des Bestandgebäudes inkl. der Errichtung des Anbaus sind Kosten von rund 4,2 Mio. € veranschlagt, welche mit Mittel aus dem Förderprogramm "Investitionspakt soziale Integration im Quartier" und bezirklichen Eigenmitteln finanziert werden.