Fakten
Thema Neubau u. Erneuerung eines öffentlichen Uferwegs
Finanzierung Städtebaulicher Denkmalschutz/ Lebendige Zentren, Sanierungsförderungsmittel
Gesamtkosten ca. 23 Mio. € (geschätzt)
Baukosten ca. 21 Mio. € (geschätzt)
Zeitplanung Planung seit 2013 / Durchführung noch offen


Spreeuferweg zwischen Märkischem Ufer und Schillingbrücke

Das Spreeufer zwischen Märkischen Museum und Schillingbrücke ist ein besonderer städtischer Raum. Industrielle Nutzungen und die Berliner Teilung verhinderten jahrzehntelang eine Aneignung des Spreeufers durch die Stadtbewohner. Bis heute ist das Spreeufer nur abschnittsweise für die Öffentlichkeit zugänglich und erschlossen. Viele Uferabschnitte liegen brach oder werden zwischengenutzt.

Ziel des Vorhabens
Die Herstellung eines durchgängigen öffentlichen Uferwegs am Spreeufer ist das zentrale Handlungsfeld der Sanierung. Übergeordnetes Ziel ist die Orientierung der Luisenstadt zum Wasser. Mit allen Schritten wurde bisher war immer eine für die Öffentlichkeit erschlossene und gut zugängliche neu gestaltete Uferzone. Das Projekt besitzt große Bedeutung für die Bewohnerschaft und auch die touristische Infrastruktur im Gebiet.
Zwischen Jannowitzbrücke und Schillingbrücke soll das Spreeufer in einer Breite von 10 bis 20 Metern für die Öffentlichkeit erschlossen, nutzbar gemacht und (teilweise) neu gestaltet werden. Geplant ist u. a. ein durchgängiger Weg am südlichen Spreeufer, der überwiegend dem Fußgänger- und Fahrradverkehr dient. Mit Herstellung des Wilhelmine -Gemberg-Weg wurde bereits eine neue Wegeverbindung aus dem Quartier zum Spreeufer geschaffen. An der Schillingbrücke soll der Uferweg zum Kreuzberger Spreeufer überleiten. Mittelfristig entsteht so der bezirksübergreifenden Berliner Spreeweg von Treptow bis nach Spandau. In der Uferzone sollen darüber hinaus auch frei zugängliche Angebote zur Kommunikation, Erholung, Spiel- und Freizeitgestaltung entstehen. Publikumsorientierte und zur Spree ausgerichtete Nutzungen auf den angrenzenden (Privat-) Grundstücken sollen zur Belebung der Uferzone beitragen.

Vorbereitende Maßnahmen
Zur Vorbereitung des Vorhabens waren und sind noch immer umfangreiche Vorarbeiten zu leisten. Dazu gehören u. a. eine vertiefende Grundlagenermittlung zur Uferbefestigung, zum Baugrund und zum Flora-/Fauna-Bestand, die Klärung der Belange der Ufernutzer und die planungsrechtliche Sicherung der Flächennutzung (Bauleitplanung). Seit 2011 erwirbt das Land Berlin die erforderlichen Uferflächen von privaten Grundstückseigentümern und sichert Zugangsrechte. Mit dem Beschluss des Bebauungsplans 1-81 (Spreepromenade) am 08. August 2020 sind die planungsrechtlichen Voraussetzungen für einen öffentliche Uferweg zwischen Jannowitzbrücke und Michaelbrücke gesichert. Der Bebauungsplan I-32a(a) (Spreepromenade zwischen Michaelbrücke und Schillingbrücke) befindet sich derzeit in der finalen Prüfungsphase. Im Jahr 2015 lief ein mehrstufiges Workshopverfahren zur Beteiligung der Anlieger und Bürger an der Sammlung von Nutzungsideen.

Planung und Durchführung
Seit Inkrafttreten der Sanierungsverordnung hat sich indes gezeigt, dass die Umsetzung des Projekts von hoher Komplexität bestimmt ist und sich nur langsam vollzieht. Ein Grund hierfür ist u.a. die ungeklärte Trägerschaft zur Umsetzung des Vorhabens aufgrund mangelnder Steuerungskapazitäten im Straßen- und Grünflächenamt Mitte. Um die Spreeuferentwicklung indessen weiter voranzuschieben, wurde 2019 in mehreren Abstimmungsgesprächen zwischen den zuständigen Abteilungen der Senatsverwaltung und des Bezirksamtes eine neue Strategie entwickelt. Mit Hilfe einer Aufteilung der Gesamtmaßnahme in drei räumliche Abschnitte soll nunmehr versucht werden, die Realisierung des öffentlichen Uferweges zu beschleunigen und mit der Umsetzung von Teilmaßnahmen zügig zu beginnen.

  1. Abschnitt Märkisches Ufer zwischen Inselbrücke und Jannowitzbrücke
  2. Am Märkischen Ufer besteht bereits ein öffentlich zugänglicher Uferweg an der Spree. Im Zuge der Sanierungs- und Umgestaltungsmaßnahmen des Köllnischen Parks, des Märkischen Museums sowie des Marinehaus sind jedoch sind einzelne Maßnahmen im öffentlichen Raum rund um das Märkische Museum erforderlich. Auch die Errichtung der Waisenbrücke soll weiterhin bei allen Planungen mitgedacht werden.

  3. Abschnitt Rungestraßenblock zwischen Jannowitzbrücke und Michaelbrücke
  4. Im Rungestraßenblock wird die Herstellung eines voll funktionsfähigen und endgültig gestalteten Uferstreifens angestrebt (inkl. Anlage Uferweg und Freianlagen, Sanierung/Neubau Uferwände). Hierzu soll 2022 ein freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb durchgeführt werden. Die anschließende Planung und Errichtung des öffentlichen Uferwegs soll durch einen externen Maßnahmenträger erfolgen, der hierfür vom Straßen- und Grünflächenamt die vollumfängliche Bauherrenfunktion übertragen bekommt.

  5. Abschnitt Holzuferblock zwischen Michaelbrücke und Schillingbrücke
  6. Für den Holzuferblock ist zunächst die Herstellung eines Wegeprovisoriums geplant. Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie (Fertigstellung voraussichtlich Ende 2020) wird derzeit ein Gesamtkonzept entwickelt, welches Empfehlungen zur Gestaltung, Herstellung und Betreibung des Wegeprovisoriums ausspricht sowie Aussagen zu den Kosten trifft. Auch für die Errichtung des provisorischen Uferwegs soll ein externer Maßnahmenträger beauftragt werden.

Finanzierung
Die Erstellung von vorbereitenden Maßnahmen wie Fachgutachten und Studien wurde mit Fördermitteln des Programms Städtebaulicher Denkmalschutz sowie mit bezirklichen Eigenmitteln unterstützt. Für die Herstellung des Uferbereiches prüft der Bezirk Mitte die Beantragung von Mitteln aus dem Städtebauförderprogramm Lebendige Zentren. Das Wegeprovisorium könnte vorrangig aus Sanierungsförderungsmittel finanziert werden.